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Linux-Netz in Microsoft-Zentrale
Software-Gigant Microsoft hat sich seinen größten Konkurrenten im Bereich der Betriebssysteme - die Open-Source-Plattform Linux - ins eigene Haus geholt. In den vergangenen Wochen enstand in der Microsoft-Konzernzentrale im US-amerikanischen Redmond ein Netz von Linux-Rechnern. Es soll dazu dienen, das nichtkommerzielle System zu studieren. Aus den Ergebnissen sollen Konsequenzen für die eigene Software-Strategie gezogen werden.

Microsoft-Gründer Gates und sein Konzern wollen hinter die Linux-Kulissen blicken.
"Es geht darum, die Stärken und die weniger überzeugenden Punkte zu verstehen", erklärte der mit der Entwicklung einer Gegenstrategie zu Linux beauftragte Microsoft-Manager Martin Taylor. Dieses Verständnis werde dazu beitragen, Microsoft mit besseren Argumenten gegen Linux zu versehen, sagte der schon seit zehn Jahren bei Microsoft beschäftigte Techniker. "Wir betrachten Linux als einen normalen Wettbewerber."
Für sein Geschäftsjahr 2004 rechnet Microsoft mit einer Zunahme der Linux-Server um 24 Prozent - verglichen mit einem erwarteten eigenen Zuwachs von 9,5 Prozent. Allerdings gibt Microsoft seinen eigenen Anteil auf dem Server-Markt zum Ende des Geschäftsjahrs 2004 mit 53,7 Prozent an, den von Linux mit 19,2 Prozent. Das Wachstum der beiden Konkurrenten geht zu Lasten der Unix-Plattform.
Taylor räumt ein, dass Microsoft auch von der Open-Source-Szene rund um Linux lernen könne, und nennt die enge Beziehung zur Gemeinschaft der Entwickler. Errichtet wurde das Linux-Netz für Microsoft von zwei Beraterfirmen, die sich auf das freie Betriebssystem spezialisiert haben. Die Namen will Taylor nicht nennen und meint scherzhaft: "Sie sind sich bewusst, dass sie dann aus der Gemeinschaft herausgeworfen werden könnten."
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Holger (dc6hb)
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